• Gott der Manga

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    Oktober 24th, 2012ChopperAllgemein

    Manga, auf Deutsch „schnelle/lustige Zeichnung“ oder einfach nur „Comic“, sind einer der grössten Exportschlager der japanischen Popkultur. Sie sind im Westen nicht nur unter Jugendlichen beliebt, sondern finden auch unter Erwachsenen immer mehr Leser. Der wichtigste Vertreter unter den Mangazeichnern ist Osamu Tezuka (1928-1989). In fast allen Genre und für jede Altersgruppe hat er Geschichten gezeichnet und geschrieben und wird von seinen Anhängern als „Gott der Manga“ verehrt.

    Anfänge der Manga

    Moderne Manga entstanden ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nach jahrhundertelanger Abschottung liess Japan westliche bzw. amerikanisch-europäische Einflüsse im wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Bereich zu. Im Inselstaat gab es bereits eine lange Tradition von verschiedensten Arten an Bildergeschichten, angefangen bei den Bilderrollen mit satirischen Erzählungen des buddhistischen Mönches Sôjô Toba (1053-1140) bis hin zu den Farbholzschnitten aus der Edo-Zeit (1600-1868). Der Begriff „Manga“ wurde in dieser Zeit vom Holzschnittkünstler Katsushika Hokusai (1760-1849) eingeführt und bezeichnete seine Skizzenbücher, in denen er Alltagsszenen seiner Mitmenschen darstellte. Manga, wie man sie heute kennt, wurden allerdings auch von amerikanischen Comicstrips und europäischen Karikaturen inspiriert und beeinflusst, zudem übernahm man immer mehr die Strukturen des westlichen Verlagswesens.

    Der Wegbereiter der modernen Manga

    Osamu Tezuka war neben seiner künstlerischen Tätigkeit auch ausgebildeter Arzt. Im Grunde genommen hat er sein ganzes Leben dem Zeichnen von Manga gewidmet, oft auch unter schwierigsten Bedingungen. Bereits in seiner Kindheit zeichnete er Comicstrips und war beeinflusst vom Takarazuka-Theater, in dem Frauen sämtliche Rollen spielten, sowie Zeichentrickfilmen von Walt Disney. Er erschuf neue Erzähltechniken für Manga und kreierte teilweise neue Genre. Ganze Generationen von Japanern sind mit seinen Geschichten aufgewachsen, und selbstverständlich inspirierte er nachfolgende Mangazeichner. Seine Manga gelten nicht nur in Japan als Klassiker und werden erst seit einigen Jahren im deutschsprachigen Raum verlegt, darunter Werke wie Astro Boy, Adolf, Kimba, der weisse Löwe und Buddha. Sowohl zu Lebzeiten, als auch posthum erhielt er zahlreiche Auszeichnungen für sein aussergewöhnliches Schaffen, und seine Heimatstadt Takarazuka stiftete ihm ein Museum.

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